{"id":9003,"date":"2022-09-20T17:15:00","date_gmt":"2022-09-20T15:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sylb.eu\/?p=9003"},"modified":"2022-09-18T18:28:34","modified_gmt":"2022-09-18T16:28:34","slug":"seyr-flux","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/seyr-flux\/","title":{"rendered":"Seyr \u2013 Flux"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn ich mir die Bandgeschichte der deutsch-syrischen Band <strong>Seyr<\/strong> und somit auch irgendwie die Entstehungsgeschichte von <strong>Flux<\/strong> durchlese, merke ich wieder mal, dass es viele Menschen da drau\u00dfen gibt, die mit sehr viel Beharrlichkeit ihre Ziele verfolgen. Vom ersten Kennenlernen von <strong>Levon<\/strong> und <strong>Levin<\/strong> im Jahr 2016 \u00fcber den langsamen Aufbau der Band bis zu den Aufnahmen f\u00fcr <strong>Flux<\/strong>, die zun\u00e4chst noch ohne S\u00e4nger stattfanden \u2013 all das zeigt, dass es manchmal Geduld und einen l\u00e4ngeren Atem braucht. Und wenn man es dann noch schafft, gleich ein Deb\u00fctalbum wie <strong>Flux<\/strong> rauszuhauen, das sowohl instrumental als auch in der finalen Version mit Gesang funktionieren w\u00fcrde, spricht das nicht nur f\u00fcr die spielerischen und gesangstechnischen F\u00e4higkeiten der Bandmitglieder, sondern auch f\u00fcr die hohe Qualit\u00e4t im Songwriting. Auf der <strong><a href=\"https:\/\/seyrofficial.bandcamp.com\/releases\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bandcamp<\/a><\/strong>-Seite von <strong>Seyr<\/strong> beschreiben sie ihre Musik als Progressive Metal, aber die Liste der einflussgebenden Bands zeigt die Vielf\u00e4ltigkeit der sechs Tracks. Wenn da <strong>Architects<\/strong> und <strong>Slipknot<\/strong> in einer Reihe mit <strong>Opeth<\/strong> und <strong>Swallow The Sun<\/strong> genannt werden, ist das tats\u00e4chlich ein sehr interessanter Mix.<br><br>Als ich sehe, dass gleich der erste Track der l\u00e4ngste ist und mit ungef\u00e4hr 10 Minuten aufwartet, bin ich ja fast ein wenig skeptisch, ob dass nicht etwas zu mutig ist. Aber nachdem ich mir nicht nur <strong>Fi:l <\/strong>sondern das ganze Album jetzt dr\u00f6lfzig Mal angeh\u00f6rt habe, kann ich nur ein Wort sagen: Wow! Die Songs auf <strong>Flux<\/strong>, auch die beiden k\u00fcrzeren Instrumentals <strong>Satori<\/strong> und <strong>Dust<\/strong>, beweisen mir mal wieder, dass es speziell die kleineren Bands sind, die immer noch neue musikalische Pfade begehen und zeigen, dass die Genres, auch der Death Metal, noch lange nicht ausgereizt sind. In solchen F\u00e4llen wird ja dem Genre gern mal ein &#8222;Post&#8220; vorangestellt, und auf <strong>Bandcamp<\/strong> gibt es tats\u00e4chlich auch zu dem Genre Post Death Metal ein schon recht umfangreiches Angebot. Aber zur\u00fcck zum Album <strong>Flux<\/strong>, das mit seinen sechs Tracks auf ungef\u00e4hr 36 Minuten kommt.<br><br>Es ist tats\u00e4chlich sehr mutig, gleich den l\u00e4ngsten Track an den Anfang eines Albums zu stellen. Aber der Mid-\/Downtempo-Track <strong>Fi:l<\/strong> zeigt keine L\u00e4ngen oder endlose Wiederholungen, sondern kommt derma\u00dfen abwechslungsreich aus den Boxen, dass ich \u00fcberrascht bin, als es &#8222;schon&#8220; vorbei ist. Dank der gro\u00dfartigen Produktion von <strong>Gabriel von Seidlein<\/strong> kriegen alle Instrumente ihren Platz, die Gitarrenriffs genauso, wie der melodische Bass und die gro\u00dfartigen Drums. Und in dieser m\u00e4chtigen, aber nicht \u00fcberm\u00e4chtigen Instrumentenwand bewegt sich <strong>Sebastian<\/strong> mit seinem klasse Gesang, wechselt zwischen Growls, Shouts und Clean Vocals, und kann auch mit seinem Monolog fesseln. Zu dem Song gibt&#8217;s auch ein klasse Full Band Playthrough-Video.<br><br>Bei dem sch\u00f6nen Gitarrenspiel und dem ruhigen Beginn von <strong>Resonance<\/strong> k\u00f6nnte man fast denken, jetzt gibt&#8217;s Post Rock auf die Ohren. Und auch die erste gro\u00dfartige Wall Of Sound bei ungef\u00e4hr 1:45 Minuten w\u00fcrde dazu noch passen. Aber dann setzen die unfassbar tiefen Growls von <strong>Sebastian<\/strong> ein, die mich ein wenig an <strong>Mark Garrett<\/strong> von <strong>Kardashev<\/strong> denken lassen. Auch musikalisch darf man durchaus an den Deathgaze der Amerikaner denken. Spoken Words gibt&#8217;s auch, die sind dieses Mal allerdings eingespielt. Auch hier gibt&#8217;s wieder Mid Tempo, und <strong>Seyr<\/strong> schaffen tats\u00e4chlich den Spagat, einerseits eine d\u00fcstere Atmosph\u00e4re zu erschaffen, andererseits aber m\u00e4chtig Groove vorzulegen. Der fast schon Black Metal-artige Part wilder Raserei h\u00e4tte gern noch was l\u00e4nger dauern d\u00fcrfen, aber wie schon geschrieben, L\u00e4ngen oder endlose Wiederholungen gibt&#8217;s bei <strong>Seyr<\/strong> nicht.<br><br>Zwei Instrumentals haben <strong>Seyr<\/strong> auch auf <strong>Flux<\/strong> gepackt und sorgen mit beiden auch mal f\u00fcr sehr ruhige Momente. <strong>Satori<\/strong> k\u00f6nnte man fast als ein Song auffassen, der im Proberaum beim Jammen entstanden ist. Aber ich denke mal, auch dieser Track ist sorgf\u00e4ltig geschrieben worden, und jede Note hat ihren vorbestimmten Platz eingenommen. Beim folgenden <strong>Dust<\/strong> muss ich tats\u00e4chlich an Bands wie <strong>Heilung<\/strong> oder <strong>Wardruna<\/strong> denken, die ja eher in der World Music unterwegs sind. <strong>Dust<\/strong> ist allerdings die Metalversion von denen und leitet nahtlos in <strong>Wassukanni<\/strong> \u00fcber. Der vorletzte Track klingt wie ein einziger ritueller Gesang, den die Krieger in der Nacht vor dem gro\u00dfen Kampf anstimmen, w\u00e4hrend sie um das Lagerfeuer tanzen und dabei in Trance geraten. Und was f\u00fcr geile Riffs sind das denn bitte?!?! Jeden Tempowechsel machen sie mit und spielen sich die B\u00e4lle zwischen technisch versiertem Melodic Death und Progressive Metal genauso zu, wie der Rest der Band.<br><br>Und dann kommt mit dem Titeltrack <strong>Flux<\/strong> tats\u00e4chlich schon der letzte Song des Albums. Auch mit dem zweitl\u00e4ngsten Track zeigen <strong>Seyr<\/strong> nicht ansatzweise eine Schw\u00e4che und halten das konstant hohe Niveau von <strong>Flux<\/strong>. Muss man hier zu Beginn noch in tiefem Doom-Morast waten, zeigen sich <strong>Seyr<\/strong> auch hier wieder von ihrer sehr progressiven Seite und wechseln nicht nur die Tempi, sondern erzeugen damit auch immer wieder neue Stimmungen. Manchmal kommen sie auch in <strong>Flux<\/strong> wieder ein wenig daher, wie <strong>Heilung<\/strong> auf Metal. Und ich bin ein letztes Mal hin- und hergerissen zwischen dem riesigen Stimmumfang von <strong>Sebastian<\/strong> und dem, was die Instrumentenfraktion da bis hin zum gro\u00dfen, fast schon epischen Finale liefert.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wenn man es dann noch schafft, gleich ein Deb\u00fctalbum wie &#8222;Flux&#8220; rauszuhauen, das sowohl instrumental als auch in der finalen Version mit Gesang funktionieren w\u00fcrde, spricht das nicht nur f\u00fcr die spielerischen und gesangstechnischen F\u00e4higkeiten der Bandmitglieder, sondern auch f\u00fcr die hohe Qualit\u00e4t im Songwriting. <\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":9004,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28,26],"tags":[41,966,382,276,965],"class_list":["post-9003","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-eps-alben","category-review","tag-deutschland","tag-flux","tag-post-metal","tag-progressive-metal","tag-seyr","wpbf-post"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9003","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9003"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9003\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9008,"href":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9003\/revisions\/9008"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9004"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9003"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9003"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9003"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}