{"id":6164,"date":"2022-02-24T17:21:00","date_gmt":"2022-02-24T16:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sylb.eu\/?p=6164"},"modified":"2022-02-27T13:32:37","modified_gmt":"2022-02-27T12:32:37","slug":"dante-winter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/dante-winter\/","title":{"rendered":"Dante &#8211; Winter"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich folge auf <strong>Facebook<\/strong> wahrscheinlich zu vielen Seiten, als dass alle Posts in meinem Newsfeed landen. So ist mir auch komplett entgangen, dass die M\u00e4nner von <strong>Dante<\/strong> mit einem neuen Album in den Startl\u00f6chern stehen. Da stehen sie aber nicht erst seit kurzem, sondern tats\u00e4chlich schon seit Anfang letzten Jahres. Die Arbeiten an <strong>Winter<\/strong> starteten mit dem Songwriting bereits im Jahr 2018, die finalen Arbeiten gingen Ende 2020\/Anfang 2021 \u00fcber die B\u00fchne. Seitdem wurde das Release verschoben. Nach dem ersten H\u00f6ren der acht Songs kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, wie es den M\u00e4nnern gehen muss, diese gro\u00dfartigen Werke schon so lange fertig eingespielt zu haben, aber nicht der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Ein Releasedatum steht auch nach wie vor noch nicht fest.<br><br><strong>Winter<\/strong> ist das f\u00fcnfte Studioalbum in der Diskografie von <strong>Dante<\/strong>. Das Deb\u00fctalbum <strong>The Inner Circle<\/strong> \u2013 nein, nicht das gleichnamige von <strong>Evergrey<\/strong> \u2013 erschien im Jahr 2007, und damit bereits ein Jahr nach der Bandgr\u00fcndung. Es folgten im Drei-Jahres-Takt die Alben <strong>Saturnine<\/strong> (2010), <strong>November Red<\/strong> (2013) und <strong>When We Were Beautiful<\/strong> (2016). Im Jahr 2017 ver\u00f6ffentlichte <strong>Dante<\/strong> mit <strong>Where Live Was Beautiful \u2013 Live In Katowice<\/strong> noch ein Live-Album und konnte sich immer wieder mit gro\u00dfartigen Bands die B\u00fchnen teilen. So durfte ich sie unter anderem im Juni 2016 live erleben, als sie f\u00fcr die <strong>1. GAOM Labelnight<\/strong> ins <strong>Zentrum Altenberg<\/strong> nach Oberhausen gekommen waren.<br><br>Da ich mittlerweile nat\u00fcrlich wei\u00df, dass <strong>Dante<\/strong>-Alben nach ungeteilter Aufmerksamkeit verlangen, bereite ich mich dementsprechend vor und mache es mir gem\u00fctlich. Drau\u00dfen wird es schon langsam dunkel, als ich die Kopfh\u00f6rer aufsetze und die Play-Taste dr\u00fccke\u2026<br><br>F\u00fcr ein Intro eigentlich zu lang, aber wenn man die knapp 3 Minuten auf <strong>Dante<\/strong>-Ma\u00dfst\u00e4be umgelegt, ist das Instrumental <strong>Holocene<\/strong> wohl eins. Ganz zu Beginn klingt es, als wenn die Nadel des Tonabnehmers sich langsam auf das Vinyl gesenkt hat, das zuvor behutsam auf den Plattenteller gelegt wurde. Es knistert und rauscht ein wenig, bevor sich die Instrumente langsam ihren Weg bahnen. Da stellt sich mir gleich die Frage &#8222;sind das E-Drums oder Soundsamples?&#8220;. Egal, weiter geht&#8217;s. Sehr coole Riffs und ein sch\u00f6nes Keyboardspiel, das manchmal auch ins symphonische abdriftet. Da stehen dann nur die drei Worte &#8222;sehr geiles Instrumental&#8220; auf meinem Zettel.<br><br>Das Instrumental geht dann nahtlos \u00fcber in <strong>A Cold Man&#8217;s Winter<\/strong>. Woah, so schnell kann ich gar nicht mitschreiben, was hier abgeht! Sehr geiler Uptempo-Song mit <strong>Alex<\/strong>, der mit Gesangsstilen um die Ecke kommt, die ich nun gar nicht erwartet hatte. Da darf dann tats\u00e4chlich in den Strophen auch mal geshoutet und gegrowlt werden, als w\u00e4ren wir hier bei einer Melodic Death Metal-Band. Aber nein, es ist tats\u00e4chlich <strong>Dante<\/strong>, die auch mit diesem Song beweisen, dass sie definitiv zur Speerspitze der deutschen Progressive Metal-Szene geh\u00f6ren. Irgendwann versuche ich gar nicht mehr mitzuschreiben, was <strong>Dante<\/strong> da alles an progressiven Finessen auffahren. Jeder ist mal dran, seine Kunst zu pr\u00e4sentieren, seien es ekstatische Keyboard-Passagen oder Gitarreneinlagen wie von <strong>John Petrucci<\/strong> himself. Die sonst von mir oft als &#8222;Rhythmusfraktion&#8220; bezeichneten Bass- und Schlagzeugspieler sind bei <strong>Dante<\/strong> nat\u00fcrlich viel mehr und tauchen ebenfalls ein in diesen alles mitrei\u00dfenden Strudel aus Tempo- und Rhythmuswechseln, der sich in schwindelerregende H\u00f6hen schraubt. Einziger Ankerpunkt ist tats\u00e4chlich der Chorus, der in diesem abgedrehten Spiel so etwas wie einen Ruhepol setzt.<br><br>So viel, wie ich jetzt allein zum ersten Song geschrieben habe, k\u00f6nnte ich im Grunde zu jedem Track zu Papier bringen, aber das w\u00fcrde niemand lesen wollen. \ud83d\ude00 Also versuche ich mal, mich auf das Herausstechende zu beschr\u00e4nken, wobei das spielerische Level ja sowieso bei allen Songs so hoch liegt, wie bei <strong>A Cold Man&#8217;s Winter<\/strong>. Auch <strong>Lazarus Leaving<\/strong> kommt im Uptempo daher, ist aber ein wenig d\u00fcsterer, und die sehr coolen Riffs k\u00f6nnen tats\u00e4chlich entfernt an 70er Bands wie <strong>Black Sabbath<\/strong> oder <strong>Led Zeppelin<\/strong> erinnern. <strong>In Vertigo<\/strong> ist in Teilen sehr relaxt, kommt aber immer wieder mit Tempoversch\u00e4rfungen und Progressive-Einlagen um die Ecke. Sehr krass wird es in den Strophen von <strong>The Tear That Shouldn&#8217;t Be<\/strong>, wo der Gesang von <strong>Alex<\/strong> einem anderen Rhythmus folgt, als die Instrumente. Der \u00fcberwiegend im Midtempo gehaltene Song beschleunigt nur im Pre-Chorus, um sich danach wieder zur\u00fcckfallen zu lassen. Dann kommt auch schon mein zweiter Favorit des Albums, n\u00e4mlich der wieder im Uptempo gehaltene <strong>Darker With The Day<\/strong>. Da habe ich dann tats\u00e4chlich auf meinem Zettel stehen &#8222;fast schon zug\u00e4nglich&#8220;. Aber eben nur fast. \ud83d\ude00<br><br>Mit einer M\u00e4dchenstimme startet <strong>Your God In Vain<\/strong>. Allein ihre Frage <em>&#8222;Why do you seem so scared? All I wanted to do is play with you&#8220; <\/em>l\u00e4sst vor meinem geistigen Auge Horrorfilme \u00e0 la <strong>Shining<\/strong> oder <strong>Es<\/strong> hochsteigen. Dazu passt dann auch der Einstieg von <strong>Alex<\/strong> <em>&#8222;Welcome! Now the nightmare is rising\u2026&#8220;.<\/em> Aber obwohl das genau mein Genre ist, f\u00e4llt es mir bei diesem Song etwas schwerer, dranzubleiben. Mag auch an dem progressiven Soundgewitter liegen, das jetzt schon seit ungef\u00e4hr 35 Minuten auf mich einprasselt. Oder ich r\u00fcste mich geistig bereits f\u00fcr den letzten Song. Dazu hatten <strong>Dante<\/strong> schon einen Visualizer ver\u00f6ffentlicht, und mit <strong>C.S.T.M.<\/strong> haben sie als erste Single tats\u00e4chlich den l\u00e4ngsten Song des Albums ausgew\u00e4hlt. Der fasst aber wirklich in den ungef\u00e4hr 12 Minuten perfekt zusammen, was sich in der knappen Stunde auf <strong>Winter<\/strong> ereignet. Ich hatte es schon in den News zum Song erw\u00e4hnt, hier kann ich eigentlich nicht anders, als an einen Hybrid aus <strong>Dream Theater<\/strong> und <strong>Appearance Of Nothing<\/strong> zu denken. Genau wie bei den Letztgenannten gibt&#8217;s auch hier wieder Shouts auf die Ohren, womit <strong>Dante<\/strong> dann auch irgendwie an den Beginn des Albums zur\u00fcckkehren und den Faden von <strong>A Cold Man&#8217;s Winter<\/strong> aufnehmen. Der Kreis schlie\u00dft sich dann mit dem kurzen Outro, bei dem es wieder knistert und rauscht und die Nadel das Ende der Rille erreicht, die sich \u00fcber das Vinyl zieht.<br><br>Gesangstechnisch haben sich <strong>Dante<\/strong> auf <strong>Winter<\/strong> noch mit <strong>Bine Heller<\/strong> (weiblicher Gesang sowie Backgroundgesang) und <strong>Isea Bervian<\/strong> (Chorgesang) verst\u00e4rkt. Aufnahme, Mix und Mastering blieb aber Inhouse und wurde von <strong>Markus Maichel<\/strong> (<strong>Dante Audio Production<\/strong>, <a href=\"http:\/\/www.dante-audio-production.de\">www.dante-audio-production.de<\/a>) \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich folge auf Facebook wahrscheinlich zu vielen Seiten, als dass alle Posts in meinem Newsfeed landen. 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