{"id":6074,"date":"2022-02-19T18:11:10","date_gmt":"2022-02-19T17:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/sylb.eu\/?p=6074"},"modified":"2022-02-27T13:36:46","modified_gmt":"2022-02-27T12:36:46","slug":"firn-frostwaerts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/firn-frostwaerts\/","title":{"rendered":"Firn &#8211; Frostw\u00e4rts"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist fast, als ob <strong>Adam<\/strong> von <strong>Schattenpfade<\/strong> mitbekommen hat, wie viele Black Metal-Alben am vergangenen <strong>Bandcamp Friday<\/strong> in meiner Sammlung gelandet sind. Nur ein paar Tage sp\u00e4ter meldet er sich n\u00e4mlich bei mir und hat das Deb\u00fctalbum <strong>Frostw\u00e4rts<\/strong> von <strong>Firn<\/strong> im Gep\u00e4ck. Das wird am 25.02. via <strong>Einheit Produktionen<\/strong> \/ <strong>Schattenpfade<\/strong> ver\u00f6ffentlicht und konnte bereits einige sehr gute Rezensionen, sowohl von Magazinen als auch von Musikerkollegen aus der Szene, einfahren. Pagan Black Metal findet sich in meinen Playlisten eher selten. Dass <strong>Horda Wolf<\/strong>, den man bislang von <strong>Waldtraene<\/strong> und <strong>Odroerir<\/strong> kennen k\u00f6nnte, und der <strong>Firn<\/strong> als sein Soloprojekt ins Leben gerufen hat, aus der N\u00e4he meiner Heimat, n\u00e4mlich aus dem sch\u00f6nen Harz kommt, bringt ihm schon mal einen Pluspunkt. \ud83d\ude00<br><br>Dass man mit sieben Songs auf eine Spielzeit von etwas \u00fcber eine Stunde kommen kann, zeigt schon mal, dass wir es hier nicht mit radiotauglichen Songl\u00e4ngen zu tun haben. Auf <strong>Frostw\u00e4rts<\/strong> warten epische Hymnen, die sich wohltuend von dem abheben, was ich sonst so als Pagan (Black) Metal kenne. Da ist nichts mit &#8222;hoch die Meth\u00f6rner&#8220;, wobei ich zugegebenerma\u00dfen ein paar Mal anfange ein wenig zu schunkeln. Das weicht aber bald einem gepflegten Kopfnicken und dem aufmerksamen Lauschen der wohlformulierten Texte. Ja, die verstehe ich hier tats\u00e4chlich mal, zumindest rein akustisch. Der Sinn bleibt f\u00fcr mich ein wenig im Nebel, aber dass <strong>Firn<\/strong> hier auf sehr naturverbundenen Pfaden wandelt und seine ganz eigene Sicht auf die Welt kundtut, erschlie\u00dft sich auch mir.<br><br>\u00dcberwiegend bewegt <strong>Firn<\/strong> sich dazu im mittleren Tempobereich, das verleiht den Songs auch tats\u00e4chlich noch ein wenig mehr Erhabenheit. Dazu tragen auch die Ch\u00f6re bei, wie man sie gleich in <strong>Frostw\u00e4rts<\/strong> h\u00f6rt. Das vor sich hin stampfende <strong>Urkraft<\/strong> kommt ebenfalls sehr majest\u00e4tisch daher, und die immer mal wieder erklingende Fl\u00f6te behauptet sich tapfer gegen die gro\u00dfen Ch\u00f6re. Bei <strong>Wo Die Winde Thronen<\/strong> scheint <strong>Firn<\/strong> fast zu ahnen, wie ich Black Metal eigentlich am liebsten mag, n\u00e4mlich schnell. Ein paar Mal hat er bei <strong>Urkraft<\/strong> schon das Tempo angezogen, aber in Song Nummer drei gibt&#8217;s gleich nach dem ungef\u00e4hr eine Minute langen Intro zum ersten Mal &#8222;puren&#8220; Black Metal auf die Ohren. Blastbeats und Doublebase finden in diesem Song genauso ihren Platz, wie eine ruhige Bridge mit hellen Keyboardkl\u00e4ngen und die allgegenw\u00e4rtigen coolen Riffs. Da k\u00f6nnte man fast schon von &#8222;Progressive&#8220; sprechen, oder einfach von wohldurchdachten Tempowechseln. Sehr geil!<br><br>Jetzt bin ich mit <strong>Sonnenrad<\/strong> schon bei Song Nummer Vier angekommen und habe mich noch nicht eine Sekunde lang gelangweilt. Nach wie vor hat <strong>Firn<\/strong> meine volle Aufmerksamkeit, und ich verfolge auch weiterhin sehr gern den stetigen Wechsel zwischen den verschiedenen Gesangsarten, harsch und clean, Sologesang und Ch\u00f6re. Auch die Tempowechsel, die immer irgendwie Sinn machen, k\u00f6nnen das H\u00f6rvergn\u00fcgen weiterhin aufrechterhalten. Und dann kommt mit <strong>Menhir<\/strong> mein zweiter Favorit. Black Metal-Raserei trifft auf symphonische Elemente, wunderbares Gitarrenspiel umflirrt Blastbeats\u2026 G\u00e4nsepelle! Und dann wieder diese erhabenen Parts im Midtempo, die so imposant daherkommen und dennoch eine tiefe Verbundenheit mit der Natur bekunden.<br><br>Zu <strong>Vater Berg<\/strong> gibt&#8217;s ein Video, und nachdem ich mir das angeschaut hatte, ahnte ich ungef\u00e4hr, auf welchen (musikalischen) Pfaden sich <strong>Firn<\/strong> bewegt. \u00c4hnlich wie beim Titeltrack k\u00f6nnte ich fast ein wenig ins Schunkeln geraten, aber die in sch\u00f6nem Klargesang vorgetragenen Texte lassen mich dann doch eher gebannt vor den Boxen sitzen. Harschen Gesang gibt&#8217;s auch, es scheint manchmal fast wie ein Dialog der beiden Stimmen. Und f\u00fcr kurze Zeit regieren auch wieder die Blastbeats, die von epischen Ch\u00f6ren abgel\u00f6st werden. Mit dem Song, der hei\u00dft wie der K\u00fcnstler, schlie\u00dft <strong>Frostw\u00e4rts<\/strong>. Er wartet zwar auch mit symphonischen Elementen auf, kommt \u00fcberwiegend aber im gehobenen Midtempo ein wenig rauer daher. Der fast schon opernhafte Gesang ist mir dann etwas zu viel, aber das ist Kritik auf sehr hohem Niveau. &nbsp;<br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist fast, als ob Adam von Schattenpfade mitbekommen hat, wie viele Black Metal-Alben am vergangenen Bandcamp Friday in meiner Sammlung gelandet sind. 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