{"id":4757,"date":"2021-11-18T18:48:57","date_gmt":"2021-11-18T17:48:57","guid":{"rendered":"https:\/\/sylb.eu\/?p=4757"},"modified":"2021-11-18T18:49:00","modified_gmt":"2021-11-18T17:49:00","slug":"apoa-kryonaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zora-mediaart.de\/sylb\/apoa-kryonaut\/","title":{"rendered":"Apoa \u2013 Kryonaut"},"content":{"rendered":"\n<p>Ist es tats\u00e4chlich schon f\u00fcnf Jahre her, dass ich <strong>Apoa<\/strong> mit ihrem tollen Auftritt beim <strong>Longsound-Festival<\/strong> in M\u00fcnster gesehen habe? Wow! Damals hatten sie noch ihr Album <strong>Enuma Elis<\/strong> im Gep\u00e4ck. Den Silberling hatte ich mir nach der Show direkt zugelegt, und er dreht immer noch mal seine Runden in meinem Player. Noch l\u00e4nger zur\u00fcck als meine erste Begegnung mit <strong>Apoa<\/strong> liegt die erste Show, die <strong>Silvio<\/strong> und <strong>Marcus<\/strong> gemeinsam gespielt haben. Das war n\u00e4mlich tats\u00e4chlich vor 21 (!!) Jahren, damals noch in der Band <strong>Complex Cole<\/strong>. Nachdem <strong>Christoph<\/strong> dann im Jahr 2005 dazustie\u00df, ging es so langsam los mit <strong>Apoa<\/strong>, und am 01.12.2012 erschien das Deb\u00fctalbum<strong> Parallel Lines<\/strong>.<br><br>Jetzt sind die Jungs aber mit was Neuem am Start. <strong>Kryonaut<\/strong> hei\u00dft das gute Teil; ein Konzeptalbum, das mit ungef\u00e4hr 43 Minuten Spielzeit aufwartet und f\u00fcr das bereits im Herbst 2018 die Aufnahmen begannen. Und nicht nur zu den Songs haben sich <strong>Apoa<\/strong> Gedanken gemacht, denn des R\u00e4tsels L\u00f6sung, worum es auf <strong>Kryonaut<\/strong> geht, soll im Cover liegen. Im Entschl\u00fcsseln von Symbolen war ich leider noch nie gut, aber ich bin sowieso eine Banausin, was Konzeptalben angeht. Die Musik muss mir gefallen, und das, so viel kann ich schon sagen, tut sie definitiv. Im Infosheet ist u. a. zu lesen, dass <strong>Apoa<\/strong> ihr Soundgewand weiter ausbauen wollten. Das haben sie nicht nur, aber auch durch den verst\u00e4rkten Einsatz von Synths und E-Drums-Parts definitiv erreicht. Beim H\u00f6ren bin ich tats\u00e4chlich manchmal versucht, den Kopf zu heben, um mir die m\u00e4chtigen Soundw\u00e4nde, die aus den Kopfh\u00f6rern str\u00f6men, in ihrer vollen Pracht anzuschauen. Nein, ich habe keine Drogen genommen! \ud83d\ude00<br><br>Der Beginn von <strong>1850<\/strong> klingt ein wenig so, als ob riesige Steine, oder auch die Eisbl\u00f6cke vom Cover (?), von einer gro\u00dfen Maschine zermahlen werden. Und die ersten Synthesizer-Parts wabern auch schon ins Ohr. Das erinnert mich ein wenig an das gro\u00dfartige Album <strong>Salute Solitude<\/strong> der polnischen Post Rock-Band <strong>Spoiwo<\/strong>. Im folgenden <strong>Passing Lights<\/strong> treten die Synthesizer-Parts komplett in den Hintergrund und machen einem wunderbaren Gitarrenspiel und einem sehr akzentuierten Bass Platz. Vertr\u00e4umte Passagen wechseln sich ab mit ersten Soundbergen, aber das ist nur das Vorgebirge. Auch <strong>Echelon<\/strong> bewegt sich eine Zeitlang in diesem recht entspannten Feld, kommt dann aber mit einem Stimmungswechsel um die Ecke, den ich nicht erwartet hatte und bei dem sich vor meinem geistigen Auge die unendlichen Weiten des Weltalls auftun. Der Song wird als einziger auf dem Album langsam ausgeblendet, das fand ich ziemlich ungew\u00f6hnlich. <em>Owlman<\/em> ist der wohl progressivste Song auf <strong>Kryonaut<\/strong> und touchiert mit pluckerndem Bass und zum Headbangen animierenden Parts stellenweise schon den Post Metal.<br><br>Dazu steht <strong>Jophar<\/strong> in krassem Kontrast. Der Song h\u00e4lt sein Tempo, kommt sehr reduziert nur mit Gitarre(n) und Percussion daher und k\u00f6nnte mit seinen sich wiederholenden Melodien und dem regelm\u00e4\u00dfig angeschlagenen Percussion-Instrument \u2013 ist es ein Holzblock? \u2013 fast zum Meditieren einladen. Bei <strong>The Tempest<\/strong> ist nichts mehr mit reduziert oder Percussion. Streckenweise klingt der Song mit den wabernden Synthies ziemlich spacig. Hier habe ich als Schlagzeugfan dann auch endlich mal die Gelegenheit, mich dem tollen Spiel von <strong>Marcus<\/strong> zu widmen, denn der ist dank des hervorragenden Mix nicht irgendwo im Hintergrund verschwunden, sondern sehr pr\u00e4sent. Im folgenden <strong>Flatline<\/strong> ist mir pers\u00f6nlich die Bassgitarre ein wenig zu sehr nach vorn gemischt, das macht aber die grandiose Wall Of Sound am Ende wieder wett. \ud83d\ude00 Und dann ist auch schon der letzte und zugleich l\u00e4ngste Song des Albums erreicht. Es ist der Titeltrack <strong>Kryonaut<\/strong>, der sich zun\u00e4chst mal z\u00e4h wie Lava und sehr elektronisch aus den Kopfh\u00f6rern ergie\u00dft. Fast wie improvisiert klingt das sch\u00f6ne Gitarrenspiel teilweise, und es steht im krassen Kontrast zu den im Hintergrund wabernden Synths. Aber es geht auch umgekehrt, und <strong>Silvio<\/strong> darf mit einer coolen Bassline zur gro\u00dfartigen Wall Of Sound hinf\u00fchren. Mit dem gleichen Ger\u00e4usch, wie das Album begann, endet es auch, und ich r\u00e4tsele immer noch, was dahintersteckt.<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist es tats\u00e4chlich schon f\u00fcnf Jahre her, dass ich Apoa mit ihrem tollen Auftritt beim Longsound-Festival in M\u00fcnster gesehen habe? Wow! Damals hatten sie noch ihr Album Enuma Elis im Gep\u00e4ck. Den Silberling hatte ich mir nach der Show direkt zugelegt, und er dreht immer noch mal seine Runden in meinem Player. 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